Unser Umgang mit der Corona-Krise vom 06.06.2020

Seit Anfang März dieses Jahres belasten sicherlich auch Euch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Es wurden Kontaktverbote ausgesprochen, Restaurants und Geschäfte geschlossen, die Reisefreiheit eingeschränkt und einiges mehr.

Als es anfing, dachte ich noch, dass sich unser Leben nach Ostern bestimmt wieder normalisieren würde. Doch es dauert bis heute an. Zwar haben Restaurants und Geschäfte nun wieder geöffnet, Messen und andere größere Veranstaltungen finden allerdings immer noch nicht statt und von der Nützlichkeit der Ende April eingeführten Maskenpflicht bin ich nicht wirklich überzeugt.

In der letzten Zeit habe ich sowohl bei mir, wie auch bei Freunden wahrgenommen, wie Frustration und Wut über die immer noch andauernden Maßnahmen zunehmen. So ist für mich seit einigen Wochen klar, dass die eigentliche Prüfung jetzt erst beginnt. Denn, zwei oder drei Monate könnten wir einen solchen Ausnahmezustand sicherlich gut aushalten. Doch was geschieht, wenn es länger dauert?

Dazu gab es in den Medien von Anfang an immer wieder Sprüche zu hören, die einem Mut machen sollen, wie „gemeinsam schaffen wir das“. Doch zwischenzeitlich kann sie nicht mehr hören, weil sie für mich oft nicht ehrlich klingen. Außerdem wird gesagt, dass diese Situationen ein neues Gemeinschaftsgefühl entstehen lässt. Das ist sicherlich richtig, doch gleichzeitig vereinsamen wir und es werden weiterhin Ängste vor Ansteckungen schürt und Schuldgefühle erzeugt, wenn jemand keine Maske tragen will. All dies belastet für mich den gesellschaftlichen Umgang und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Von den wirtschaftlichen Folgen will ich gar nicht reden.

Mit der sinkenden Hoffnung, dass der Spuk bald vorbei sein wird, können wir unseren Frust und die Wut sicherlich immer schwieriger unterdrücken. Dann spüren wir vielleicht, dass wir die ganze Zeit nur von der Erwartung zehrten, dass alles bald wieder gut wird. Je länger der Ausnahmezustand aber anhält, desto mehr kommen wir vielleicht dahin, dass es nur eine Lösung gibt, um wieder in unsere Mitte zu finden: aufhören die Situation zu bekämpfen, stattdessen die aktuellen Einschränkungen in unserem Leben zu akzeptieren.

Das bedeutet nicht, dass wir alle getroffenen Maßnahmen gut und richtig finden müssen. Auch soll es nicht heißen, dass wir fatalistisch alles so hinnehmen sollen, was um uns herum geschieht, uns daran gewöhnen und nicht demonstrieren oder protestieren sollen. Für mich bedeutet es nur, aufzuhören, gegen die Windmühlenflügel der Maßnahmen innerlich anzukämpfen. Meiner Ansicht nach nützt uns dies nämlich wenig.

Nur indem wir diese Situation innerlich so annehmen und akzeptieren, wie sie ist, finden wir wieder in unsere Mitte, in unseren inneren Frieden und gelangen in Einklang mit unserer Seele oder unserem wahren Selbst. Dann sind wir auch offen für genau jene Impulse, welche uns zu stärken vermögen und die uns Wege aufzeigen, wie wir diese Krise bestmöglich bestehen können.

Wahrhaftiges spirituelles Bewusstsein vermag auf diese Weise jede Krise zu bewältigen und an ihr zu wachsen, ob sie zwei Monate oder zwei Jahre dauert. Meiner Ansicht nach wird uns der Coronavirus oder andere Szenarien dieser Art so lange beschäftigen, bis wir dies verstanden haben. Damit liegt es an uns selbst, was uns die nächste Zeit bringen wird.

Außerdem haben wir es dann selbst in der Hand, ob wir frustriert den Kopf in den Sand stecken, weiter herum nörgeln oder anfangen, das Leben so zu genießen, wie es ist. Und dies nicht erst im nächsten Monat oder im nächsten Jahr, sondern hier und Heute.

Liebe Grüße

Stefan Andromis Herbert

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