Außerirdische, Götter und Religionen

Von: Stefan Andromis Herbert
Datum: 08.02.2026

Seit meiner Konfirmation beschäftige ich mich mit Religion. Einer meiner ersten Erkenntnisse war, dass ich das Christentum und seine Geschichte nicht wirklich verstand. Das fing schon mit Adam und Eva an, weil sie die ersten Menschen sein sollten. Doch hatten sie zwei Söhne, von denen der eine auch noch den anderen getötete. Wie konnte da von ihnen die Menschheit abstammen?

Dann gab es die 10 Gebote, welche Gott der Herr Mose am Berg Sinai gegeben hatte. Eines handelte davon, dass das Volk Israel keine anderen Götter neben ihm haben solle. War dieser Herr etwa eifersüchtig und wollte er seine Macht nicht mit anderen Göttern teilen? Und was geht mich das heute etwas an, über 3.000 Jahre später, der nicht vom Volk Israel abstammt und deren Vorfahren deshalb nicht aus Ägypten geflohen waren?

Dann ist da ein Jesus von Nazareth, der zum Christus wurde und uns durch seinen Tod am Kreuz von all unseren Sünden erlöst. Doch zum ersten hatte ich nie verstanden, warum wir alle sündig geboren werden und dann auch nicht, warum er uns davon erlösen konnte. Damals war ich wohl bereits unbewusst der Meinung, dass wir uns nur selbst erlösen können.

Außerdem hatte ich auch nie verstanden, warum die Christen andersgläubige Menschen wie Naturvölker missionieren mussten, nur weil sie nicht diesen wunderbaren erlösenden Glauben besaßen. Was ist das für eine Religion, die von Nächstenliebe spricht und gleichzeitig die Glaubensvorstellungen anderer Menschen nicht zu respektieren vermag?

Später habe ich mich mit anderen Religionen wie denen der Naturvölker, dem Schamanismus, dem Daoismus und ein wenig mit dem Hinduismus beschäftigt. Dadurch verstärkte sich bei mir das Gefühl, dass irgendetwas in der Geschichte der Religionen auf diesem Planeten nicht stimmte, als ob diese nicht natürlich waren oder nicht auf natürliche Weise entstanden waren.

Eine Antwort dazu erhielt ich durch den Schweizer Autor Erich von Däniken in der Prä-Astronautik. Sie besagt, dass außerirdische Besucher in der Frühzeit und der Antike die Menschen weltweit besuchten und als Götter verehrt wurden. Dabei stützte er sich auf Schriften, in denen Hochtechnologien, wie Raumfahrzeuge oder Raumfahrer beschrieben werden.

Auf meiner Reise Ende Dezember nach Hanoi und Bangkok hatte ich viele Tempel besichtigt und mich dadurch wieder mit der Entstehung der Religionen und Weltanschauungen in unserer Welt beschäftigt. An dem Tag meines Rückflugs, dem 10. Januar, verstarb Erich von Däniken. Da ich ihn sehr schätzte, war dies für mich eine traurige Nachricht und ein Hinweis, mich auch wieder näher mit ihm und der Prä-Astronautik auseinanderzusetzen.

In diesem Beitrag will ich meine Gedanken hierzu zusammenfassen und betrachte die Religionen und Glaubenssysteme dabei aus einer höherer Sicht. Doch stelle ich nur meine eigene Sicht der Dinge dar, ohne Anspruch, dass dies die Wahrheit sein soll. Bitte prüfe deshalb für dich, was du als wahr empfindest, was du übernehmen möchtest und was deiner Ansicht nach nicht richtig ist.

Die Prä-Astronautik

Erich von Däniken hat die ganze Welt bereist und viele Bauwerke besichtigt, von denen er glaubte, dass sie nicht mit den damaligen technischen Fähigkeiten errichtet sein könnten. Dies waren unter anderem die Pyramiden von Gizeh (Ägypten), das Sonnentor in Tiwanaku (Bolivien), der größte behauene Stein in Baalbek (Libanon), die Nazca-Linien in Peru und die Moais auf den Osterinseln.

Daneben fand er Textstellen in antiken Schriften überall auf der Welt, auch in dem indischen Mahabharata und in der Bibel, in denen es aus seiner Sicht Hinweise auf außerirdische Raumfahrzeuge oder Astronauten geben soll. Als ich um ca. 1990 eines seiner Bücher las, faszinierten mich seine Thesen sehr und beschäftigte mich auch selbst mit einigen Textstellen in der Bibel.

Dabei wurde ich aufmerksam auf das 1. Buch Mose im Kapitel 6, Vers 1 und 2. Dort heißt es: „Und es geschah, als die Menschen begannen, sich zu vermehren auf der Fläche des Erdbodens, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, wie schön sie waren, und sie nahmen sich von ihnen allen zu Frauen, welche sie wollten.“

Hier fragte ich mich, wer waren die Söhne dieses Gottes? War dieser Gott ein Mensch oder wenn nicht irdisch, war er dann in humanoider Gestalt, das er sich fortpflanzen konnte? Als Söhne Gottes wären sie natürlich genauso machtvoll wie er, so dass sie sich von den jungen Frauen der Menschen jene nehmen konnten, die ihnen gefielen.

Weiter geht es im Vers 4: „In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch danach, als die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren.“

Es heißt also, dass die Töchter der Menschen den Söhnen Gottes, die scheinbar Riesen waren, Kinder gebaren. Möglicherweise wird hier auch etwas beschrieben, was im alten Griechenland als Halbgötter bezeichnet wurde, die aus Vereinigungen von Göttern und Menschen hervorgingen. Aber vielleicht sollte man eine solche Textstelle auch nicht zu wörtlich nehmen, sondern nur sinnbildlich deuten.

Doch wenn außerirdische Mächte in frühgeschichtlicher Zeit zur Erde gekommen wären, als die Menschen keine modernen Technologien kannten, so kann ich mir gut vorstellen, dass sie als Götter verehrt worden sind. Denn deren Technologien müssen den damaligen Menschen als magisch und nicht erklärbar und damit als überirdisch gesehen worden sein. Ähnlich war auch europäischen Wissenschaftlern ergangen, als sie in Südostasien bisher noch unentdeckte Naturvölker begegneten, die die Europäer wegen ihren modernen Technologien auch besonders verehrten.

Im 2. Buch Mose 33, 9 heißt es an einer Stelle, die sich am Berg Sinai abgespielt haben soll: „Und es geschah jedes Mal, wenn Mose in das Zelt kam, dann stieg die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen, und der Herr redete mit Mose. (…) Und der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.“

Hier wird ein Bild beschrieben, in welchem der Herr in einer Gestalt erscheint, in der er mit Mose, wie wir heute sagen würden „Auge in Auge“ zu sprechen vermag. Das deutet für mich an, dass er eine menschliche Gestalt hatte und ein Gesicht mit zwei Augen. Doch heißt es in den zehn Geboten, dass wir uns kein Bildnis von ihm machen sollen. Für mich widerspricht sich dies und passt nicht richtig zusammen.

Dann fand ich im Neuen Testament in der Offenbarung des Johannes Kapitel 10, 1, folgendes. „Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabkommen, bekleidet mit einer Wolke, und der Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße waren wie Feuersäulen.“

Beim Lesen dieser Stelle habe ich das Bild eines Raumschiffs im Kopf, aus dessen Triebwerken wie bei Raketen feurige Gase herausströmen und sich durch Wasserdampf Wolken bilden. Ein Antlitz, dass wie die Sonne war, könnte ein Scheinwerfer sein.

Aber natürlich kann man diese Stelle auch anders deuten. Für mich waren es nicht erklärbare Textstellen, die entweder aus der Phantasie der Schreiber entstammen oder mit der Zeit verändert wurden. Das würde allerdings Unstimmigkeiten bei der Auslegung des jüdischen und christlichen Glaubens bedeuten.

Genauso faszinierend fand ich das Buch „Der 12. Planet“ von Zecharia Sitchin über das außerirdische Volk der Annunaki vom Planeten Nibiru, welche die Menschheit als Arbeitssklaven missbraucht haben sollen, um für sie Gold zu fördern. Dieses Edelmetall soll für die Annunki vom großen wirtschaftlichen Nutzen gewesen sein, weshalb wir dem Gold unbewusst noch heute besondere Bedeutung geben. In der Wissenschaft stehen die Annunaki für Götter aus dem mesopotamischen Schöpfungsmythos.

Religionen und andere Glaubenssysteme

Wie schon beschrieben, reiste ich Ende Dezember nach Vietnam und Thailand. Aus religiöser Sicht sind diese Länder sehr verschieden. In Vietnam praktizieren die Menschen aus meiner Sicht eher einen Ahnenkult, der darauf basiert, dass Verstorbene als Geister wieder in unsere Welt kommen können und unser Leben beeinflussen. In Thailand ist der Buddhismus stark verbreitet.

Zu dem Ahnenkult gehören kleine Hausaltäre, auf denen den Ahnen Kekse, Süßigkeiten, Früchte, Getränke, etc. dargeboten werden, also alles was sie früher als Menschen gerne gegessen und getrunken haben. Dadurch sollen sie besänftigt oder wohl gestimmt werden, damit sie nicht als böse Geister wiederkehren und Chaos oder Unheil verbreiten, sondern stattdessen für Harmonie, Wohlstand und Gesundheit sorgen.

Diese Ahnenkulte gab es überall auf der Welt. Die Vietnamesen haben sie vom chinesischen Volksglauben übernommen, in Japan ist es der Schintoismus. Dann gibt es noch die Naturkulte in afrikanischen und amerikanischen Ländern. So wird beispielsweise in Mexiko der 1. November als der Tag der Toten gefeiert, weil zu diesem Zeitpunkt der Schleicher zur jenseitigen Welt am Dünnsten sein soll und die Verstorbenen dann wieder zu den Lebenden zurückkehren.

Im Gegensatz zu dem zeitgleichen christlichen Fest Allerheiligen, ist es allerdings ein Freudenfest und man feiert mit den Ahnen zusammen. Der Ahnenkult ist aus meiner Sicht einer der ursprünglichen Glaubenssysteme, welche die Menschen seit Jahrzehntausenden kennen. Das ist auch nachvollziehbar, wenn man daran denkt, dass der Tod oder das Sterben von Familienmitgliedern oder Freunden schon immer Teil des Lebens war.

In diesen Ahnenkulten war auch immer klar, dass die Menschen nach dem Tod auf anderen Ebenen in der jenseitigen Welt oder in der Unterwelt weiterlebten. Deshalb war man weiterhin verbunden mit ihnen und konnte deren Kraft oder Weisheit für das eigenes Leben nutzen. Im Christentum wird der Tod dagegen als eine Trennung und eine Endgültigkeit wahrgenommen, weshalb er für die Menschen als viel schmerzhafter erlebt wird.

In diesen früheren Kulturen war alles in der Natur lebendig oder die Natur war als Ganzes beseelt. Das galt neben den Tieren auch für Bäume, Flüsse, Felsen und Berge. Verband man sich mit den Tieren, konnte man auch ihre Qualitäten, wie Kraft, Weisheit und Mut für sich gewinnen. Für mich sind beispielsweise Felsen und Berge sehr kraftvoll und verbinde mich deshalb gerne mit ihnen.

Bei den Ahnenkulten und der Verehrung von Tieren oder der Natur, kamen höheres Wesen nur als Schöpferwesen vor. Diese waren oft androgyn oder gleichberechtigt männlich oder weiblich. Die Rituale und Kulte waren dafür bestimmt, das leidvolle und harte Leben zu erleichtern und erträglicher zu machen. Es gab keine lebensverachtenden Ideologien, die nur aus Gründen von Macht und Gehorsams einzuhalten waren. Stattdessen ging es um die Stärkung von Gemeinschaften, um mehr Harmonie und einem besseren Zusammenleben. Übernatürliche Kräften wie Wahrsagerei, Magie und Hexerei wurden dazu benutzt, dies zu unterstützen.

Doch entstanden vor über 5.000 Jahren in Sumer und im alten Ägypten die ersten Religionen, bei denen Götter oder Gottheiten angebetet wurden oder denen geopfert wurde, um sie gnädig zu stimmen. Dies waren höhere überirdische oder übernatürliche mächtige Wesen, die wie bei Enki, Marduk oder Assur männlich waren und als Herrschergötter oder Hauptgötter verehrt wurden. Göttinnen wie Ishtar oder Innana waren nur für Liebe und Fruchtbarkeit zuständig.

Für mich gab es damals eine bedeutsame Veränderung in den Glaubenssystemen der Menschen und ich beschäftigte mich immer wieder damit, wie es zu der „Erfindung“ der mächtigen Herrschergötter kam. Eine Erklärung wäre für mich die bereits beschriebenen außerirdischen Mächte, welche mit ihren Hochtechnologien zur Erde kamen und mit ihnen die Menschen der damaligen Zeit leicht beeindrucken konnten.

Weil sie mit Hilfe der Technologien mächtiger waren und großen Einfluss gewannen, wurden sie als höhere Wesen verehrt und man erhoffte sich von ihnen, dass sie das leidvolle und schwere Leben erleichterten, Krankheiten und Unglück verhinderten. Da die Außerirdischen vom Himmel herabkamen, wurde dieser zu einem besseren Ort, vielleicht schon bereits zum Paradies.

Als sie die Erde wieder verließen, setzten sie ihre Nachkommen auf ihren Thron, die anfangs als Gottkönige später als weltliche Führer weiter das Volk beherrschen. Für mich waren dies die Söhne Gottes, welche ich weiter oben bereits erwähnte, die sich mit den Töchtern der Menschen vereinten. Dadurch entstanden die göttlichen oder später königlichen Blutlinien oder Adelslinien.

Die Verehrung von Königen und Kaisern haben wir bis heute mehr oder weniger weitergeführt. In den letzten Jahrzehnten wurde sie auch auf Berufe übertragen, in denen Menschen mit besonderen Eigenschaften verehrt werden, wie beispielsweise Ärzte, die Göttern in Weiß. Ein anderes Beispiel ist der Ausdruck des „Fußball-Gottes“ für einen Spieler, der außergewöhnlich oder gar „überirdisch“ gut Fußball spielt und dadurch auf eine übernatürliche Ebene gehoben wird.

Mit dem Begriff Gott ist für mich auch die Farbe Gold verbunden, weshalb es zu einer göttlichen Farbe geworden ist und überall in christlichen Gotteshäusern, wie besonders auch in Buddhistischen Tempeln verwendet wird. Oder stammt diese Beziehung von Gold und göttlich noch von den Annunaki?

Der Begriff „Gott“ oder weiblich „Göttin“ hat seine Wurzeln im Nahen Osten in den arahamitischen oder semitischen Sprachen. Andere Begriffe sind El, Elohim oder Allah. Damit wurden damals übernatürliche oder gar überirdische Wesen bezeichnet, die einen höheren Status und eine allumfassende Macht über uns und unser Leben besaßen. Ihre Lehren, Weisheiten und Gesetze sind später in den heiligen Schriften niedergeschrieben worden, welche die Religionen prägten.

Sie beherrschten diese Welt aber nicht nur, sondern sie wurden auch als die Erschaffer oder Schöpfer dieser Welt betrachtet. Dagegen gab es in Ahnenkulten oder den Naturkulten oft Tiere als Schöpfungswesen, wie bei den Balinesen, die glauben, dass ihre Welt durch eine Schildkröte entstand. Aber auch Hühner, Raben oder Schlangen können bei der Entstehung der Erdoberfläche oder des Lichtes eine Rolle spielen.

Im Chinesischen entstand die Welt aus einem Ei. In vielen Kulturen kamen die Schöpfungswesen von den Sternen und kehrten nach der Erschaffung der Erde dorthin zurück. Oft wurden sie danach zu den Sternbildern und wachen von dort über ihre Schöpfung. Das ist für mich sehr verständlich wegen der Faszination, welche der Sternenhimmel auf uns Menschen schon immer ausgeübt hat.

Doch in der Ahnenverehrung ist alles Leben heilig und gleich, denn nichts steht über dem Leben. Das änderte sich durch die Glaubenssysteme mit Göttern oder Gottheiten. Für mich entstand hier eine Spaltung von der leidvollen irdischen Welt, in der wir leben, und der himmlischen Welt der Götter, in der es sich viel harmonischer, quasi wie im Paradies leben lässt.

Aus dieser Spaltung heraus erwuchs bei den Gläubigen deshalb der Wunsch auch zu dieser besseren paradiesischen Welt zu gelangen und die Religionen sollten den Weg dorthin aufzeigen. Diese Aspekte finden sich im Hinduismus bei der Erlösung aus der ewigen Wiedergeburt und dem Eintritt ins Samsara beziehungsweise auf dem buddhistischen Weg durch die Erlösung vom Leiden und die Rückkehr ins Nirvana. Im Christlichen gibt es die Auferstehung nach dem Tod, die uns ins Paradies führen soll. Dafür werden in allen diesen Religionen Regeln aufgestellt, wie man ein gottgewolltes Leben führt, die richtigen Gebete gebetet, Karma auflöst oder sich vom Leiden erlöst, um dorthin zu gelangen.

Diese Religionen sind für mich Erlösungsreligionen, die vor ca. 2500 Jahren entstanden. Damit die Menschen erlöst werden können, müssen sie aber erst einmal ein sündhaftes und schuldhaftes Leben führen. Diese Sicht entstand aus der Trennung der Welt heraus, weil sich die Menschen eben nicht mehr eins mit der Natur, mit den Geistern und mit der ganzen Schöpfung sahen.

Für mich bedeutet Religion deshalb die Rückbindung, die Rückkehr oder das wieder zurückfinden zu Gott oder in die göttliche Welt, nachdem die Menschen beim Sündenfall oder anderen Szenarien aus dem Paradies, also der Welt Gottes, herausgefallen sind. Für mich geschieht dies allerdings wesentlich in äußeren Formen, wie Rituale, Gebete bestimmte Meditationen oder Opfergaben.

Wesentlicher ist mir allerdings der innere Weg, in dem wir erkennen, dass wir selbst göttlich sind und keine Götter oder Gottheiten außerhalb von uns benötigen, ob sie nun irdischen Ursprungs sind oder aus dem Weltraum kommen. Diesen Ansatz gibt es in der Mystik durch das direkte Erfahren oder Erleben von Gott oder dem Göttlichen in uns. Viele Religionen haben mystische Richtungen, wie die Gnosis im Christentum, die Sufis im Islam oder der Zen-Buddhismus.

Religion aus kosmischer Sicht

Für mich ist das Besondere an dieser Welt in der wir leben, das Bewusstsein der Trennung. Dies führte dazu, dass sich die Menschheit seit Jahrtausenden getrennt fühlt von ihren Mitmenschen, von der Natur, der Erde und der ganzen Schöpfung. Dadurch sind alle unsere Ängste, Schuldgefühle, unsere Einsamkeit, etc. entstanden.

In dem vorherigen Kapitel beschreibe ich es auch in der Spaltung von Himmel und Erde. Doch für mich hat nicht Gott oder das Göttliche die Spaltung hervorgerufen, sondern wir haben uns von Gott abgespalten, in dem wir ihm die Macht über uns selbst gaben. Im Grunde genommen fühlen wir uns getrennt von dem Göttlichen in uns.

Deshalb suchen wir nach Wegen wieder zurück in die Einheit mit Gott oder mit der göttlichen Essenz. Die Religionen sind für uns der Weg zurück und wir versuchen dies zu erreichen durch die Stärkung unseres Glaubens, die Einhaltung von Ritualen, Gebeten, Opferzeremonien, etc. Da die Spaltung innerlich erfolgt ist, kann sie aber nur über den inneren Weg aufgelöst werden.

Weil die Spaltung nicht durch Gott herbeigeführt worden ist, müssen wir ihn auch nicht schuldhaft um Erlösung bitten oder sind darauf angewiesen, von ihm die erlösende Gnade zu empfangen, um wieder zurückkehren zu können in sein Reich oder in das Paradies. Das ist für mich die Vorgehensweise der christlichen Kirchen, um nicht ihre Macht über uns zu verlieren.

Darum ist es aus meiner Sicht in dieser Zeit wichtig, sich bewusst zu machen, wo wir uns noch in Systeme befinden, die uns klein halten, uns unsere Ohnmacht aufzeigen und weiterhin über uns herrschen wollen. Das betrifft aber nicht nur die Religionen, sondern auch die staatlichen Institutionen. Das zeigt sich in dem Spruch, bei dem der König zum Bischof sagt: „halt Du sie dumm, ich halte sie arm“.

Aus einer Kirche können wir austreten, einem Staat können wir nicht so einfach verlassen. Doch ist das für mich auch nicht notwendig, denn auch hier gilt der innere Weg, weshalb die Erlösung in erster Linie nicht im äußeren Handeln, sondern in der inneren Bewusstheit liegt. Dazu gehört auch, aus der äußeren Ohnmacht in die innere Wahrnehmung des sich ohnmächtig Fühlens zu gehen und anstelle der äußeren Unfreiheit in das innere Gefühl der Freiheit.

Wenn wir übrigens erkannt haben, dass die Erlösung über den inneren Weg geschieht, haben wir unseren Weg zurück zu Gott oder das Göttlichen in uns gefunden und benötigen Religionen in jeglicher äußerer Form nicht mehr. Aus meiner Sicht entwickeln wir uns dann von einem religiösen zu einem spirituellen Menschen.

Die Spiritualität ist für mich die Lehre von der Geistigkeit, in der wir erkennen, dass alles auf dieser Welt einen geistigen Ursprung hat. Über diesen Geist sind alle Menschen miteinander und mit der Welt verbunden. Das gilt auch für die Polaritäten wie männliche und weibliche oder Himmel und Erde. Aus der höheren Sicht schließen sich diese Aspekte nicht gegenseitig aus, sondern sie ergänzen sich zur göttlichen Einheit.

Das Geistige entspricht auch dem Aspekt der Energie. So wie aus spiritueller Sicht alles Geist ist, ist aus wissenschaftlicher Sicht alles Energie. Materie ist damit nicht das Gegenteil von Energie, sondern es ist gebundene, verdichtete Energie. Darum findet sich Geist auch in der Materie und somit im Stein, im Felsen oder im Wasser.

Wozu ist das alles gut?

Und gab es nun die Außerirdischen, die uns vor Jahrtausenden aus den Himmel kommend, hier auf der Erde besucht haben? Ich halte dies heute weiterhin für einen spannenden Gedanken. Es ist mir aber nicht mehr so wichtig, ob es wirklich außerirdische Wesen waren. Ich kann mir auch genauso gut vorstellen, dass es noch Nachkommen aus Atlantis mit deren damals noch höheren Technologien waren.

Der Glaube an Ufos kann zudem auch eine Form von Religion sein, bei der die Erlösung vom irdischen Leid auf die Außerirdischen projiziert wird. So könnte man denken, dass die Außerirdischen kommen, um uns zu retten, in dem sie die Dunkelmächte wie die Kabalen von der Erde vertreiben. Danach würde dann das goldene Zeitalter entstehen.

Damit werden Sehnsüchte und Ängste auch wieder auf ein äußeres Errettungs-Szenario projiziert und ist damit nicht wirklich ein spiritueller Weg. Derzeitige beliebte Projektionen sind auch die Erwartungen an die QAnon Bewegung und die Verehrung des US-Präsidenten Trump oder des russischen Präsidenten Putin. Es gilt also genau aufzupassen, an wen oder was man glaubt.

Dann habe ich in den letzten Jahrzehnten gelernt, dass man nicht alles in der Bibel wörtlich nehmen sollte, sondern dass es oft Gleichnisse sind. Adam und Eva stehen damit symbolisch für frühere Menschen als Vorfahren des späteren Volkes Israel. Nach dem Kain seinen Bruder tötete, heißt es im 1. Buch Mose 4, 4 weiter, dass er sich eine Frau nimmt und Nachkommen hat.

Auch der Streit zwischen Kain und Abel ist für mich symbolisch zu betrachten. Kain war ein Ackerbauer und Abel ein Schäfer. Der Schäfer steht für mich für das Nomadentum und der Ackerbauer für die Sesshaftigkeit. Bis vor ca. 12.000 Jahren waren die Menschen in dem Gebiet des vorderen Asiens Nomaden und wurden dann sesshaft, was sehr gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen hatte.

Zum Beispiel entwickelten sich nur aus der Sesshaftigkeit die damaligen Städte, es konnten Schriften entstehen, Eigentum sowohl an Land wie auch an Gegenstände wurde erfunden und es entwickelten sich die handwerklichen Berufe. Es wurden Tempel errichtet und die frühen religiösen Kulte entstanden. Dadurch siegte die Sesshaftigkeit gegenüber den Nomadentum und eroberte die Welt, was der Sieg Kains über Abel beschreibt.

Aus meiner Sicht begann hier eine Entwicklung, die uns über die Entstehung der Städte und der ersten Götterbilder bis zu den großen Reichen der Antike auf einem besonderen Weg brachte, über den sich der Mensch zwar in seinem Bewusstsein einerseits immer weiter von der Natur trennte, andererseits aber die Voraussetzung schuf für die einmaligen technologischen Entwicklungen, das Entstehen von Hochkulturen und weltumspannenden Handelsbeziehungen.

Die Menschheit begab sich hier über Jahrtausende auf einen immer stärker werdenden äußeren Weg, dessen Krönung unsere heutige Gesellschaft mit allen ihren Vorzügen ist. Anderseits entfernte sie sich dadurch immer mehr vom Göttlichen oder von ihren geistigen Ursprüngen, um durch die so gemachten Erfahrungen des Leidens und der Schmerzen, jetzt wieder bewusst den Weg zurückgehen zu können.

Damit kehren wir wieder zurück in das Paradies, welches wir einst durch die Sesshaftigkeit verließen. Doch kehren wir erfahrungsreicher und bewusster zurück. Welche Einflüsse es auch immer auf diesem Entwicklungsweg der Menschheit gab, ob durch den Besuch von Reptoiden vom Orion, ob dunkle Mächte vom Mars zur Erde kamen oder die Annunaki vom Planeten Nibiru, im Endeffekt es es nicht wesentlich.

Denn, was auch immer geschah, erfüllte sich durch unseren besonderen Erfahrungsweg der höhere göttliche Wille, der uns zu der letztendlichen Erkenntnis führen möchte, wer wir wirklich sind: göttliche Wesen, die in einer einzigartigen göttlichen Welt leben.

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