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Die postfaktische Wahrheit

Botschaft von Stefan Andromis Herbert vom 18.03.2017


Im Dezember vergangenen Jahres wählte die Gesellschaft für Deutsche Sprache den Begriff „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016. Mit der Amtseinführung des US Präsidenten Donald Trump kennen wir zudem den Ausdruck „alternative Wahrheiten“ und bald danach kam der Ausdruck „Fake News“ in alle Munde. Damit wird eine gesellschaftliche Entwicklung beschrieben,  die für mich aus einer höheren Sichtweise ein wichtiger Schritt für die Menschheit in die Neue Zeit darstellt.

Der Ausdruck „postfaktisch“ deutet an, dass es in der heutigen Zeit scheinbar nicht mehr um die faktische oder tatsächliche Wahrheit geht. Die Ursache für diese Entwicklung sind für mich nicht die sozialen Medien, sie verstärken sie nur. Das Internet und gerade die sozialen Medien sind ein idealer Ort, um Informationen auf einfachste Weise weiterzugeben und mit ihnen viele Menschen zu erreichen. Dadurch multiplizieren sich allerdings nicht nur die richtigen Informationen, sondern auch Fake-News oder andere falsche Nachrichten. Bei Fake News handelt es sich für mich um die  Weitergabe von bewussten Fälschungen oder Lügen.

Die meisten Menschen, die alternative Wahrheiten im Internet verbreiten, tun dies aus meiner Sicht aber in fester Überzeugung, dass diese stimmen. Ihnen ist somit in dem entscheidenden Moment nicht bewusst, dass es sich um einen Fake oder einen Hoax handelt. Ein sehr anschauliches Beispiel zeigte sich mir nach dem Amoklauf in München im Juli 2016. Kurz nach der Tat wurden alle möglichen Spekulationen im Internet verbreitet, bevor zum Abend hin klarer wurde, was wirklich passiert ist. Auch bei der Polizei gingen viele Meldungen ein, die nicht stimmten und dadurch auch deren Arbeit behinderte.


Unser Umgang mit Informationen

Ich kann mir dies so erklären: Jemand meint, dass muss die IS gewesen sein. Er verschickt dies weiter an Freunde, diese nehmen die „Meinung“ als wahr, verbreiten es weiter und manchen die Info vielleicht noch etwas dramatischer, weil sie wütend sind. Wie in dem Spiel „Stille Post“, dass Ihr sicherlich noch aus Jugendzeiten kennt, kommt am Ende etwas ganz anderes bei heraus. Problematisch ist nur, dass unsere „Stille Post“ über das Internet ein Millionen-Publikum findet, damit nicht nur Millionen von Menschen beeinflussen können, sondern darüber hinaus auch Entscheidungen von Behörden oder Regierungen.

Hier bin ich der Meinung, dass dies vielen Menschen noch nicht bewusst ist, bzw. dass sie noch nicht gelernt haben, mit den neuen Medien verantwortungsbewusst umzugehen. Im Grunde genommen ist es ja nichts Neues und es gab es auch schon früher, wenn durch Klatsch und Tratsch Gerüchte im Umlauf gebracht werden. Das ist ein ganz normaler Vorgang, denn jeder Mensch hat eben ein Bedürfnis danach, seine Meinungen zu äußern, sich selber damit zu bestätigen und dadurch Anerkennung zu erhalten. Also ein total menschliches Verhalten, welches allerdings durch die sozialen Medien nicht mehr auf ein Dorf, eine Schule, eine Firma oder eine Clique begrenzt ist, sondern jetzt den ganzen Sprachraum erreichen kann.

Als das Wort „postfaktisch“ gekürt wurde, habe ich dies zuerst mit Sorge wahrgenommen, weil die Verbreitung von Fakten oder Tatsachen für mich sehr wichtig ist. Ich gebe seit vielen Jahren Botschaften und andere Texte über das Internet weiter und bin immer bemüht, möglichst nur Dinge zu verbreiten, die wahr sind. Dieser Verantwortung bin ich mir sehr bewusst und bemühe mich auch, alles zu recherchieren oder für mich innerlich zu prüfen, was ich nicht wirklich weiß.    

Dabei kommt es sicherlich trotzdem vor, dass ich die eine oder andere Informationen oder Weisheiten von Mitmenschen übernehme, ohne sie für mich auf irgendeine Weise geprüft zu haben. Deshalb bin ich im Laufe der Zeit dazu übergegangen, meist nicht exakt zu schreiben, dass etwas so ist, sondern eher, dass es möglicherweise so ist, dass gesagt wird, dass ich hier nur meine Meinung vertrete, etc. Auf diese Weise bleibe ich bei mir und dem Leser wird deutlich, dass ich nicht davon ausgehe, dass diese Information wirklich tatsächlich stimmt. Ob etwas wahr ist oder nicht, überlasse ich dann ganz gerne dem Leser selber. Er wird dadurch auch gefordert, sich seine eigene Meinung zu bilden und ggfs. selber zu recherchieren.


Die Macht der Information

Auf diese Weise bleibe ich bei meiner Wahrheit und stülpe andere Menschen nicht meine Wahrheit über. Die Wahrheitsbildung ist in der menschlichen Geschichte schon immer problematisch gewesen. Wenn ich Mitmenschen mit Informationen beeinflussen kann, dann steht dahinter eine große Macht, die beispielsweise von der römischen Kirche im dunklen Mittelalter auch wunderbar ausgenutzt wurde. In der Inquisition ging es deshalb nach meiner Meinung nicht darum, ob eine angeklagte Frau wirklich eine Hexe war oder nicht. Die Kirche wollte einfach nur ein Geständnis, in welchem sich zeigte, dass sie Recht hat und andere Unrecht haben. Die wirkliche Wahrheit war gar nicht wichtig.

Bis in die heutige Zeit wird dieses Prinzip gerne in Diktaturen angewendet. Auch denen geht es ja nur um die Stärkung der eigenen Macht und nicht um faktische Tatsachen. So stand im Weltbild der römischen Kirche zu jener Zeit auch aus ideologischen Gründen die Erde im Mittelpunkt unseres Kosmos, die von der Sonne umkreist wurde. Dese Sichtweise sollte die Bedeutung der Menschheit als die Krone der göttlichen Schöpfung ausdrücken.

Als allerdings der Astronom Galileo Galilei Anfang des 17. Jahrhunderts wissenschaftlich nachweisen konnte, dass dies nicht stimmt und wir stattdessen in einem heliozentrischen Weltbild leben, in dem die Erde um die Sonne kreist, wurde er von der Inquisition scharf angegangen. Er trug letztendlich den Sieg davon und gilt damit als ein Mitbegründer der modernen auf empirisch bewiesenen Fakten beruhenden Naturwissenschaften. Seitdem besteht für die Wissenschaften in Europa das höchste Ziel im Streben nach faktischen Wahrheiten. Der Dogmatismus durch die römische Kirche mit der Verbreitung von falschen Weltvorstellungen zur Stärkung der eigenen Macht war überwunden.

Dieser Fokus auf empirisch beweisbare Fakten hat danach nicht nur in den Naturwissenschaften, wie der Astronomie oder der Physik Einzug gehalten, sondern durch den Positivismus auch in den Geisteswissenschaften, wie der Philosophie und der Soziologie. Und nun scheint da eine Gegenbewegung zu kommen, für die nachweisliche Fakten nicht mehr wichtig sind, sondern nur noch jene Wahrheiten, die (wieder) besser in das jeweilige Weltbild passen oder mit denen man sich mehr anerkannt fühlt. Das erschien mir natürlich erst einmal wie ein Rückfall in ein dunkles Zeitalter, diesmal bestimmt durch Verschwörungstheorien oder andere „alternative Wahrheiten“.

Verschwörungen habe ich früher selber viel mehr für wahr gehalten, als heute. Heute glaube ich, dass sie sicherlich einen wahren Kern haben, dass aber die eigentliche Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen der Verschwörungstheorie und der offiziellen Wahrheit liegt. Bei ihrer Verbreitung geht es aus meiner Sicht oftmals auch nicht um die faktische Wahrheit, sondern wiederum um Macht. Diesmal um die Macht gegenüber jenen dunklen oder im verborgenden wirkenden Kräften, gegen die sich die Verschwörungstheoretiker hilflos und ohnmächtig fühlen.


Was ist die Wahrheit?

Doch nun zu der Frage aller Fragen: Was ist die Wahrheit? Wenn es auf einem Gebiet der Wissenschaft neuere Erkenntnisse gibt, so müssen auch die Wissenschaftler feststellen, dass sie sich vorher geirrt habe. Deshalb sind auch faktische oder empirisch ermittelte Wahrheiten immer nur zeitlich beschränkt, weil nachträglich immer wieder neue Beweise auftreten können, welche die bisherigen Wahrheiten umstoßen. So gibt es für mich hier auf Erden nicht DIE EINE Wahrheit.

Jeder von uns lebt aus meiner Sicht in seiner eigenen Wahrheit, die bestimmt wird durch die in unserem Leben gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse, welche unser Denken und unser Handeln prägen. Da jeder von uns einzigartig ist, könnte man auch sagen, dass jeder seine individuelle Wahrheit hat. Sie entspricht unserem Glauben - und das, was wir glauben, ist für uns wahr. Was wir glauben, kann einerseits empirisch bewiesen worden sein, es kann aber andererseits auch aus Vorstellungen bestehen, von denen wir gerne möchten, dass sie wahr sind, weil sie für uns bequemer sind oder uns auf irgendeine Weise nützen. Das wäre dann die Art, wie wir wollen, wie die Welt beschaffen ist und nicht, wie sie wirklich ist.

Wenn zwei Menschen sich um die Wahrheit streiten, dann liegt diese für mich in der Regel in der Mitte. Beide haben dann einen Anteil an der Wahrheit, um die es geht. In Beziehungen geht es sehr häufig um diese Wahrheit. Hat Mann Recht oder Frau? Recht haben bestätigt die eigene Person und bedeutet für sie Anerkennung. Wer dagegen Unrecht hat, der hat gefehlt, was das eigene Ego natürlich mit allen Mitteln verhindern möchte. Jeder von uns will ja lieber Recht haben, anstatt ein  Looser oder Versager zu sein.

Doch was wäre, wenn wir jede Aussage eines anderen Menschen einfach nur als deren „Meinung“ oder als deren individuelle Wahrheit ansehen? Dann könnten wir selber in unserer eigenen individuellen Wahrheit bleiben ohne sie aufgeben zu müssen. Dann geht es nicht mehr in der polaren Auseinandersetzung um „Wahr“ oder „Falsch“, wie in einem Streitgespräch, sondern wir sind in einem offenen Austausch über persönliche Wahrheiten. Seitdem ich dies erkannt habe, diskutiere ich auch nicht mehr gerne.

Wir sind dann auch erst wirklich in der Lage, unvoreingenommener darüber nachzudenken ob die Ansichten unserer Mitmenschen für uns nicht vielleicht doch interessant sind. Dann vermögen wir deren Wahrheiten besser anzunehmen, weil dies nicht gleichzeitig ein Schlag gegen unser eigenes Ego darstellt. Mit dieser Einstellung könnten wir postfaktische oder alternative Wahrheiten ruhigen Gewissens so stehen lassen. Sie sind dann nur individuelle Meinungen, welche mich als Individuum aber weder angreifen, noch belasten. Und statt danach zu fragen, wer recht hat, könnten wir prüfen, wer mit seiner Wahrheit wahrhaftiger ist.

Aus meiner Sicht täte uns eine solche neutralere und gelassenere Sichtweise gut und würde auch der Welt auf ihrem Weg in die Neue Zeit förderlich sein. Denn die Neue Zeit vermögen wir nur zu verwirklichen, wenn wir die Polaritäten eines „Entweder-Oder“ Denkens auflösen und zu einem „Sowohl-als-auch“ Denken finden. Ein Bewusstsein, in dem es nicht eine einzige mögliche Wahrheit gibt, sondern in der andere Wahrheiten nebeneinander stehen und sich gegenseitig bereichern können.


Die universale Wahrheit

Die Auseinandersetzung mit postfaktischen oder alternativen Wahrheiten macht für mich Sinn, weil sie von uns ein Umdenken fordert, das uns zu einer universalen Wahrheit führt. Sie zeigt uns, dass wir uns nur dann weiterentwickeln, wenn wir aufhören, alles nur in die Kategorien „Richtig“ oder „Falsch“ einzuordnen. Zudem findet auch eine Entwicklung statt in der Art, wie wir unsere Welt betrachten.

Am Anfang der Menschheit gab es nur mythische Wahrheiten, in denen die Menschen durch Geister oder Göttergeschichten den Lauf der Sonne, die Jahreszeiten und die Welt als Ganzes zu verstehen versuchten. Seit der Antike begann der Mensch empirisch zu forschen und seine Welt damit faktisch zu verstehen. Ab dem 17. Jahrhundert wurden auf diese Weise bisherige mythische oder religiöse Anschauungen als unwahr aufgedeckt. Die Menschheit glaubte ab da, die ganze Welt mit für alle gleich gültigen faktischen Wahrheiten beschrieben werden kann. In der Zeit der europäischen Aufklärung lag das höchste Ziel dann in der Vernunft, welche mythische oder religiöse Wahrheiten völlig verdrängte.

Doch wurde die Welt und auch der Mensch an sich dadurch nur zur Hälfte beschrieben, nämlich nur durch jene Aspekte, die wissenschaftlich bewiesen werden konnten. Wesentliche Teile des Lebens, wie Gott, die Seele, das Schicksal, das Leben nach dem Tod, u.a. wurden dabei ausgeklammert und fehlten. Im 19. Jahrhundert fanden sie deshalb über die östlichen Weisheitslehren wieder ihren Weg in unsere Gesellschaft. Zuerst über die Theosophie und die Anthroposophie, später durch Meister, wie Krishnamurti, Yogananda, Osho u.v.a. Dadurch eröffnet sich uns hier in Europa in dieser Zeit die großartige Chance, zu einem Bewusstsein zu finden, in dem das mythische oder religiöse Denken mit dem rationalen und faktischen Denken integriert wird. Es beschreibt damit das Ende oder die Auflösung eines Zyklus, in dem die Menschheit verschiedene Formen des Handelns und des Denkens ausprobiert hat und nun durch die dadurch gemachten Erfahrungen in der Lage ist, beides zu verinnerlichen und sie nebeneinander stehen zu lassen.

Dies ist den Höhepunkt unseres menschlichen Entwicklungswegs und führt uns über die unterschiedlichsten Versionen von Wahrheit hin zu der einen universalen Wahrheit, in der alle unsere individuellen Wahrheiten integriert sind. Dadurch finden wir im Persönlichen hoffentlich einen Weg, die unterschiedlichen Meinungen und Sichtweisen anderer Menschen um uns herum loslassen und nur noch danach zuschauen was uns wirklich hilft, unsere Welt besser zu verstehen und ein wahrhaft glücklicheres und erfüllteres Leben zu leben.

Dabei ist es nur wichtig, wahrhaftig zu uns selber zu sein und zu erkennen, was unser Leben wirklich glücklich macht und uns wirklich erfüllt. Und das ist dann die einzige Wahrheit, die für uns zählen sollte. Dann müssen wir in Diskussionen auch nicht immer und überall unseren „Senf“ dazu geben.


Ich weiß, dass ich nichts weiß

Unsere heutige Zeit ist zudem davon geprägt, dass eine unendliche Flut an Informationen auf uns einstürmt, die wir Mühe haben, in Ruhe zu verarbeiten. Das ist aber notwendig, um dadurch zu einer eigenen Meinung zu finden. So hangeln wir uns nur von einer Fremdmeinung zur nächsten, aber wir entwickeln keine Weisheit, wachsen an ihnen nicht und lernen dann aber auch nicht, für uns nützliche von schädlichen Informationen zu unterscheiden.

Diese Weisheitsbildung ist ein innerer Prozess, der nur geschieht, wenn wir uns die Zeit nehmen, in Ruhe über uns und unser Leben nachzudenken und über unsere Handlungen und unser Denken zu reflektieren. Dann können wir über Erkenntnisse und höhere Einsichten zu einer inneren Wahrnehmung von Wahrheit finden. Wir wissen dann quasi, was für uns individuell wahr ist und was nicht. Für eine solche „höhere Wahrheit“ benötigen wir dann auch keine faktischen oder empirischen Beweise. Unsere innere Wahrnehmung in Wahrhaftigkeit ist Beweis genug.

Dem antiken Philosophen Sokrates wird der Satz zugesprochen: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Er entspringt für mich genau dieser höheren Wahrheit, die erkennen lässt, dass es eine irdische Wahrheit im Sinne von Richtig oder Falsch nicht gibt. In diese Richtung entwickelt sich die Menschheit als Ganzes durch jedes Individuum in ihrer Auseinandersetzung mit all den vielen Informationen, Fake News und alternativen Wahrheiten. Dadurch machen wir Erfahrungen, die wichtig sind für unser individuelles Erwachen, wie auch für das Erwachen der Menschheit.

Auf diese Weise mögen wir dahinkommen, dass wir nicht nur erkennen, dass wir die wahre Wirklichkeit der Welt aus irdischer Sicht wohl niemals beschreiben können, sondern dass alles, was wir bisher als real ansahen, eigentlich nur ein Konzept unseres irdischen Denkens ist. Die Religionen, gesellschaftlichen Regeln, alle irdischen Gesetze sind nur entstanden, weil wir unsere innere Wahrheit im Außen gesucht haben. Dann wird uns möglicherweise deutlich, dass alles nur Illusion ist, inklusive Fake News und alternative Wahrheiten.

Und was ist dann Wahrheit?





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